Infos über Suizid
Alle 53 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben.
Alle 5 Minuten versucht es jemand.

  • Insgesamt sterben jedes Jahr etwa 10.000 Menschen durch Selbsttötung.
  • Das sind mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle, Drogen, Mord/Totschlag und Aids zusammen.
  • Bei jungen Menschen bis 25 Jahre ist Suizid die zweithäufigste Todesursache.
  • Die Versuchsrate ist bei keiner Altersgruppe höher als bei jungen Menschen unter 25 Jahren. Denn jeden Tag versuchen nach Expertenschätzungen etwa 40 junge Menschen, sich das Leben zu nehmen.
  • Bei jungen Frauen kommen Suizidversuche dreimal so häufig vor wie bei jungen Männern. Bei Suiziden verhält es sich jedoch umgekehrt, etwa 70% der Selbsttötungen werden durch Männer begangen.
  • Von einem Suizid sind etwa sechs Menschen (Angehörige, Freund*innen, Bekannte) direkt betroffen, die oftmals kaum wissen, wie sie weiterleben können.

Häufige Fehlannahmen:

  • Menschen, die von Suizid sprechen, tun es nicht! Diejenigen, die sich wirklich umbringen wollen, reden gewöhnlich nicht darüber.
    Falsch! Ca. 80 % aller Selbsttötungen werden vorher angekündigt.
  • Wer sich einmal mit Suizidgedanken trägt, wird es sein Leben lang tun.
    Falsch! Gerade bei jungen Menschen kann der Gedanke, sich etwas anzutun, Ausdruck einer aktuellen Krise sein, die alleine oder mit fremder Hilfe wieder überwunden werden kann.
  • Jemanden auf mögliche Suizidgedanken anzusprechen, bringt die Person erst recht auf die Idee.
    Falsch! Denn wer nicht gefährdet ist, wird es auch dann nicht tun, wenn Du ihn darauf ansprichst. Wer gefährdet ist, empfindet es meist als Erleichterung, darüber sprechen zu können.

Wo gibt’s Hilfe?
Wie kann ich helfen?
Die wichtigsten Regeln im Umgang mit einem*r Suizidgefährdeten lauten:

  • Zuhören, Zuhören, Zuhören.
  • Habe viel Geduld und zeige Verständnis. Bedenke, dass ein Problem, mit dem Du gut zurecht kommst, bei einem anderen Menschen zum Suizid führen kann. Nimm es ernst!
  • Es ist hilfreich nach konkreten Suizidgedanken und Plänen zu fragen, um herauszufinden, wie gefährdet die Person ist. Ein ruhiges und direktes Gespräch kann den*die Gefährdete*n bereits entlasten, weil er*sie mit jemandem über die quälenden Suizidgedanken reden kann.
  • Ganz wichtig ist es jedoch, mit dem Problem nicht alleine zu bleiben, sondern Dir Hilfe und Unterstützung von Profis zu holen. Begleite den*die Betroffene*n zu einer Beratungsstelle, dem Hausarzt*der Hausärztin oder Therapeut*innen.